lllettrismus

«Illettrismus beschreibt das Phänomen, dass in Gesellschaften mit langjähriger Schulpflicht viele Menschen nicht über jene Lese- und Schreibkompetenzen verfügen, die allgemein erwartet und gefordert werden. Dadurch wird ihre  Teilnahme am gesellschaftlichen, kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Leben eingeschränkt.»
(Quelle: Verein Lesen und Schreiben Deutsche Schweiz)



Viele sind davon betroffen

Wie international vergleichende Studien gezeigt haben, sind 15% Prozent der Erwachsenen (ALL-Studie Bundesamt für Statistik) und fast 20 Prozent der Jugendlichen (PISA-Studie), die das schweizerische Schulsystem durchlaufen haben, von Illettrismus betroffen. Sie fühlen sich zu unsicher, einfache Texte zu lesen und zu verstehen und sie haben beim Schreiben Schwierigkeiten. Dahinter steckt meistens nicht mangelnde Intelligenz, sondern ein Zusammenspiel von verschiedenen ungünstigen Faktoren (z.B. wiederholte Erfahrung von Schulmisserfolg, lückenhafte Schulkarriere durch Krankheit oder häufige Umzüge; wenig geistige Anregungen und fehlende Lese- und Vorlesekultur).

Im Alltag

Viele Menschen entwickeln bewundernswerte Umgehungsstrategien, damit sie die mit Scham verbundenen und tabuisierten Lese- und Schreibschwierigkeiten verheimlichen oder vermeiden können. Unzureichende Lese- und Schreibkompetenz stellt aber ein einschneidendes persönliches Problem dar. Der Druck wird für die Betroffenen dann besonders gross, wenn sie Kinder im Schulalter haben oder wenn sich eine Veränderung ihrer Lebenssituation abzeichnet (z.B. Entlassung, Berufswechsel oder Trennung).



Etwas dagegen tun!

Wenn sich Betroffene, oft nach langen inneren Kämpfen, zu einem Kursbesuch entscheiden, wirkt sich das schnell positiv auf ihr Selbstvertrauen aus und dadurch können die Lese- und Schreibfertigkeiten wirkungsvoll verbessert werden.



Es lohnt sich deshalb hinzuschauen, das Problem zu enttabuisieren und Betroffene zu einem Kursbesuch zu ermuntern